Elternbildung – Sprachenförderung – Stärkung der Erziehungszusammenarbeit

Bildungstüren öffnen - Integration durch Erziehungszusammenarbeit
Ein Elternbildungsprojekt für (Neu)Zuwander_innen in Bonn

Regelmäßige Elterntreffen tragen dazu bei, allen Kindern - unabhängig von Herkunft, Bildungsstand und sozioökonomischen Ressourcen der Familie - einen erfolgreichen Bildungsweg zu ermöglichen. Das Angebot vermittelt den Eltern Kenntnisse über das deutsche Bildungssystem, zeigt, welche Aufgaben sie selbst bei der Förderung ihrer Kinder haben und stärkt sie für eine ebenbürtige Partizipation in der Bildungszusammenarbeit von Elternhaus und Kita oder Schule.

Entwickelt wurde das Angebot, weil neuzugewanderte Eltern sich immer wieder mit Fragen zu Bildungsweg und Schule an FiBB e.V. gewandt hatten und besorgt waren in Bezug auf die Bildungschancen ihrer Kinder. Das bisher durchgeführte Eltern-Kind-Programm wurde daraufhin überarbeitet und ergänzt im Blick auf die Bedürfnisse neu zugewanderter Familien und die gemeinsamen Bildungsfragen.

Gruppentreffen im eigenen Stadtteil
An drei Bonner Standorten haben die Eltern seit dem Schuljahr 2016/17 Gelegenheit, sich in vertrauter Atmosphäre praxisnah über Fragen zur Bildung und Erziehung zu informieren und auszutauschen. Das Angebot findet dort in Kooperation mit drei Grundschulen statt (GGS Carl-Schurz-Schule/ Neu-Tannenbusch, GGS Kettelerschule/ Dransdorf, KGS Lyngsbergschule/Bad Godesberg-Lannesdorf). Die Schulen stellen die Räumlichkeiten zur Verfügung und unterstützen das Projekt.
Inzwischen sind dort feste Müttergruppen entstanden, aus Familien mit und ohne Fluchthintergrund,
die sich regelmäßig treffen. Teilnehmen können alle interessierten Eltern aus dem jeweiligen Stadtteil, unabhängig vom Alter, Entwicklungsstand oder Förderbedarf ihrer Kinder.

Ein Angebot für alle
Sprachliche, kulturelle oder biografische Aspekte spielen für die Teilnahme keine Rolle. Ausdrücklich sind daher nicht nur geflüchtete Familien eingeladen, sondern auch solche, die bereits seit längerer Zeit im Stadtteil zu Hause sind. Dadurch wird ein lebendiger Austausch möglich, der viele Lernprozesse in Gang setzt, die Integration unterstützt und nicht zuletzt das Zusammenleben im Stadtteil stärkt.

Mehrsprachige Elternbegleiterinnen
Moderiert und angeleitet werden die Gruppen jeweils von zwei mehrsprachigen, fachlich qualifizierten Elternbegleiterinnen. Sie beherrschen - neben Deutsch - die bei den Eltern am meisten vertretenen Sprachen (Arabisch, Kurmanci, Sorani), kennen sich im jeweiligen Stadtteil aus und haben Kontakt zu vielen zugewanderten Bewohnern.
Die sechs Elternbegleiterinnen werden von FiBB kontinuierlich geschult und begleitet.
Die Themen orientieren sich am Bedarf und der Nachfrage in den Gruppen.
Zu jedem Thema geben die Elternbegleiterinnen einen Input, stellen Materialien in den jeweiligen Sprachen zur Verfügung, beantworten Fragen und regen zur Auseinandersetzung an.

Die Müttergruppen treffen sich:
Carl-Schurz-Schule: mittwochs 8.30 Uhr mit Frau Delila Mansour und Frau Halimah Daoud
Kettelerschule: donnerstags 14.00 Uhr mit Frau Shima Jaber und Frau Sulav Jasim
Lyngsbergschule: dienstags 8.00 Uhr mit Frau Hoda Chehab und Frau Maysa Bader
Koordination: Mechthild Kleine-Salgar 0228-9654866 + Marlies Wehner 0228-660464
info(at)fibb-ev.de

Das Programm wird gefördert durch die RheinEnergieStiftung Familie

 

 

Das Eltern-Kind-Programm in Bonn wurde im Sommer 2016 abgeschlossen.

In drei erfolgreichen Jahren wurde das Programm „Eltern bilden – Kinder stärken. Vorurteilsbewusste und mehrsprachige Bildungsarbeit zur Stärkung der Familien und zur Förderung der Erziehungszusammenarbeit zwischen Elternhaus und Grundschule“ in Bonn mit Unterstützung der RheinEnergieStiftung Familie umgesetzt.

FiBB e.V. bietet seit 2010 ein Programm zur Sprachenförderung und Elternbildung in der Grundschule an, das bereits in verschiedenen Bonner Grundschulen erfolgreich durchgeführt wurde. Das Programm wurde von FiBB e.V. in Absprache mit Grundschullehrer_innen entwickelt und urheberrechtlich eingetragen. Es liegt bisher in fünf Sprachen vor: Arabisch, Deutsch, Englisch, Polnisch, Türkisch, Vietnamesisch. Teilnehmende Eltern erhalten die Materialien in der Sprache, die sie am besten lesen können.

Eltern bilden – Kinder stärken eignet sich insbesondere für Familien, deren Kinder die Grundschul­ein­gangsstufe (1. und 2. Klasse) besuchen. Es begleitet Eltern und Kinder beim Übergang vom Kinder­garten in die Grundschule und unterstützt die Eltern dabei, ihren Kindern gute Grundlagen für einen erfolgreichen Bildungsweg im deutschen Schulsystem zu vermitteln.

EKP Bild1 640x454Unser Angebot bietet Informationen, Anregungen und Austausch zu folgenden Fragen:
  • Wie kann ich die Mehrsprachigkeit und die Ausdrucksfähigkeit des Kindes stärken und dazu beitragen, dass sich die Familiensprache und die deutsche Sprache gut entwickeln?
  • Wie kann ich den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule besser begleiten?
  • Welche Aktivitäten und Beschäftigungen unterstützen die Entwicklung und Gesundheit meines Kindes am besten?
Wie sieht das Angebot aus?
  1. Wöchentliche Treffen der Elterngruppe unter Leitung einer qualifizierten Elternbegleiterin;
  2. Anregungen zum Spielen, Basteln, Malen, Singen, Erzählen, Lesen und zur Freizeitgestaltung, die mit den Anforderungen der Schule abgestimmt sind und von den Eltern mit dem Kind in der jeweiligen Familiensprache umgesetzt werden;
  3. Informationen über kindliche Entwicklung, Gesundheit, Medienerziehung, kommunale Angebote etc.;
  4. bei Bedarf parallele Betreuung der Geschwisterkinder während der Elterngruppentreffen.

Unter der Trägerschaft von FiBB e. V. haben bereits acht Bonner Grundschulen gute Erfahrungen mit diesem Programm gemacht, da das Eltern-Kind-Programm Familien und pädagogischen Fachkräften Wege für eine gute Erziehungszusammenarbeit von Elternhaus und Schule zeigt. Von 2013 bis 2016 wurde dieses Programm an den folgenden Grundschulen durchgeführt: GGS Robert-Koch-Schule im Pennenfeld, KGS Lyngsbergschule in Lannesdorf und GGS Carl-Schurz-Schule in Tannenbusch. Da zurzeit keine weitere Finanzierung, z. B. die Übernahme in die Regelfinanzierung durch kommunale Mittel möglich ist, musste diese Form der ergänzenden und integrationsfördernden Bildungsarbeit vorläufig beendet werden.

Den Bericht von 2013 finden Sie hier.